Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem die Unreal Engine schnell zum De-facto-Industriestandard für immersive, designorientierte digitale Cockpits wird.
Zur Feier von fünf Jahren HMI-Fortschritt der Unreal Engine erläutert dieser Artikel, wie die Engine in der Praxis eingesetzt wird und untersucht die verschiedenen Anwendungsbereiche, in denen Automarken auf leistungsstarke UE-basierte HMIs setzen.
Von frühen Innovatoren bis zur Mainstream-Adoption
HMI hat seit 1983 einen langen Weg zurückgelegt. Damals galten der Nissan 300ZX und der Buick Riviera mit volldigitalen Armaturenbrettern, die aus (für die damalige Zeit) futuristischen LCD-Displays bestanden, als Vorreiter.
Vierzig Jahre später finden wir in den Ausstellungsräumen Autos, die mit einem ganzen Spektrum aus Technologien wie HUDs mit Erweiterter Realität (AR), fortschrittlichen 3D-Grafiken und KI-gesteuerter Personalisierung ausgestattet sind.
Ausbreitung von UE-gestützten HMIs in der Branche
In der Zeit seiner Weiterentwicklung hat sich das HMI als solches dramatisch verändert. OEMs sind von utilitaristischen und oft recht generischen Benutzeroberflächen zu HMIs übergegangen, die ausdrucksstark, designorientiert und durch und durch visuell sind.
Die Unreal Engine hat eine Schlüsselrolle in dieser Entwicklung gespielt, indem sie Automobilherstellern eine Leinwand bot, auf der sie ihre Markenidentität und ihr Benutzererlebnis in Echtzeit zum Leben erwecken konnten.
Das jüngste HMI-Update bietet erstmalig ein Design mit lebendigen Szenen, mit denen Fahrer über einen Touch-Screen interagieren können. Diese Benutzeroberfläche stützt sich auf die Unreal Engine und bringt einen einzigartigen und spielerischen Illustrationsstil mit sich, der durch Echtzeitgrafik erweitert wird.
„Die Unreal Engine hat uns nicht nur bei der Gestaltung der Fahrmodi auf sehr flexible und iterative Art unterstützt, sondern es uns überhaupt erst ermöglicht, diese Modi so dynamisch erscheinen zu lassen“, erklärt Reyes.
„Jeder Modus kann zum Beispiel übergangslos in jeden anderen Modus wechseln, den der Fahrer auswählt. Selbst nachdem der Modus aktiviert wurde, bleiben das Fahrzeug und die Umgebung darum dynamisch. Der Betrachter sieht dann Wolken, Gras, Blumen und sich bewegende Bäume. Er kann das Fahrzeug sogar mit zwei Fingern berühren und herumschwenken – und die Umgebung bewegt sich mit ihm in drei Dimensionen mit.“
Da Design- und Technikteams gleichzeitig in Unreal Engine arbeiten konnten, dauerte die Verwirklichung von Rivians neuer Benutzeroberflächenerfahrung nur sechs Monate.
Das preisgekrönte Flaggschiff-Modell des chinesischen Autoherstellers ist vom Nachthimmel inspiriert und verfügt über Wow-Faktor-Funktionen wie eine dynamische, zeitabhängige Umgebungsbeleuchtung. Öffnet ein Fahrer die Tür des Galaxy E8 an einem regnerischen oder verschneiten Tag, dann strömen funkelnde Sterne von einer Seite des Innenraums zur anderen und erschaffen einen atmosphärischen, angenehmen Effekt.
Der größte Blickfänger ist jedoch ein 45-Zoll-Smartscreen mit einer Auflösung von 8K und 2D- und 3D-Grafiken, der von einer Snapdragon-Cockpit-Plattform von Qualcomm Technologies, Inc. und der Unreal Engine angetrieben wird.
Die Benutzeroberfläche verfügt außerdem über einen interaktiven digitalen 3D-Zwilling des Fahrzeugs, mit dem Benutzer Funktionen wie Scheinwerfer, Türen, Fenster und den Kofferraum steuern können. Auch verschiedene Darstellungen von Autofunktionen, etwa die Luftströmung der Klimaanlage, wurden mittels Unreal Engine entwickelt.
Ford und Lincoln
Die Geschichte von Unreal Engine HMI bei Ford ist eine Geschichte der Skalierbarkeit und Qualitätskonsistenz.
Die Engine wurde ursprünglich für das HMI des neuen Ford Mustang ausgewählt, wobei die Funktionen im Fahrzeug über die innovative My Mustang-App gesteuert werden: Fahrmodi, anpassbare Cluster, Anzeigen, Startsteuerung, Umgebungsbeleuchtung und Personalisierungsfunktionen.
Dieses anfängliche Konzept gab dem Digital Product Design-Team von Ford die Pipeline, um Prototypen in Echtzeit zu erstellen, auf eingebetteter Hardware zu testen und Designer direkt mit Ingenieuren zu verbinden, was wiederum die Erstellung eines digitalen Zwillings des Fahrzeugs ermöglichte: Auf diese Weise wurden Außenbereich, Innenbereich und HMI-Visualisierung in einem einheitlichen Workflow vereint.
Die Pipeline, die Ford etabliert hatte, bot ein solides Fundament für die Skalierung. Sein Mustang-Programm bewies, dass die UE auf eingebetteter Hardware mit Produktionsleistung ausgeführt werden konnte – mit optimierten Startzeiten, optimiertem Speicher und optimierter Bildrate.
Durch den Einsatz der Unreal Engine konnten Designer direkt in der Engine iterieren, wodurch monatelange Überprüfungs- und Feedback-Zyklen gekürzt wurden.
Ford hatte eine Vorlage für seine fahrzeugübergreifende HMI-Strategie und weitete den Einsatz von UE-gestützten HMIs bald auf Modelle wie den Explorer, den Expedition, den Lincoln Navigator und andere aus.
Darüber hinaus sind diese HMIs keine isolierten Bildschirme mehr – Unreal ermöglicht zusammenhängende Fahrzeugerlebnisse in Echtzeit. Die neuesten HMI-Programme beschränken sich nicht nur auf den Personalisierungsfokus von Mustang, sondern können auf die vollständige Fahrzeugsteuerung, ADAS-Visualisierung und dynamische UI/UX skaliert werden.
Was als ein Vorreiterprogramm für Mustang begann, ist zum Rückgrat der digitalen Cockpit-Strategie von Ford und Lincoln geworden, wobei die Unreal Engine Ford die Möglichkeit gab, HMIs bereitzustellen, die ausdrucksstark, markendefinierend und kontinuierlich skalierbar sind.
Siili Auto
Das in Finnland ansässige Unternehmen Siili Auto versorgt hochklassige Automobilhersteller mit den neuesten Mensch-Maschine-Schnittstellen.
Wenn du jemals von den digitalen Spielzeugen eines modernen Autos beeindruckt warst, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie auf den Technologien von Siili basieren.